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Museumsbesuch

im Schloss Cromford in der Museennacht 08

Adresse

LVR-Industriemuseum

Rheinisches Landesmuseum für
Industrie- und Sozialgeschichte
Schauplatz Ratingen

Cromforder Allee 24
D-40878 Ratingen

Öffnungszeiten

Di - Fr.:  10 - 17 Uhr

Sa - So :  11 - 18 Uhr 


Montags geschlossen!

Eintritt:

€ 4,50, ermäßigt 4 €
Familien:7 €
Schulklassen im KLassenverband: frei

 

Führung Dauerausstellung:

Erwachsene: 45€ 

Kindergruppen und Schulklassen: 40 €

 

Kontakt:

Tel.: +49(0)2102/86449-0
Fax: +49(0)2102/86449-220

Servicecenter: kulturinfo-rheinland
Fon: +49-2234-9921-555



LVR-Industriemuseum

Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte Schauplatz Ratingen

Schloss Cromford, angestrahlt bei der langen Museumsnacht
Schloss Cromford, angestrahlt bei der langen Museumsnacht

Anhand der Firmengeschichte der Baumwollspinnerei Brügelmann - der ersten Fabrik auf dem europaischen Kontinent - wird exemplarisch die Einführung des Fabrikwesens und die Epoche der Frühindustrialisierung zwischen 1750 und 1850 dargestellt.

Die Dauerausstellung ist untergebracht in den originalen, aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäuden, im Herrenhaus Cromford und in der Hohen Fabrik.

 

Die „Hohe Fabrik"

wasserantrieb-rekonstruiert

Betritt man den roten Ziegelbau der „Hohen Fabrik", steht man vor einem mächtigen, hölzernen Wasserrad, das wie im 18. Jahrhundert über eine Transmission sämtliche Spinnmaschinen der Fabrik antreibt. Hier im Erdgeschoss liefert es der „Water Frame", der ersten vollmechanischen Spinnmaschine, heute wieder die Energie. Von dieser Feinspinnmaschine, die von Richard Arkwright
in England erfunden worden war, hatte der Unternehmer der Fabrik Johann Gottfried Brügelmann gehört. Und es war ihm gelungen, diese Maschine durch Industriespionage nach Ratingen zu holen.

Von der rohen Baumwolle zum Faden

Im ersten Stock der Fabrik steht zunächst der Rohstoff im Mittelpunkt:

  • Woher stammt die Baumwolle?
  • Wie kam sie nach Europa?
  • Welchen Anteil hatten die frühindustriellen Fabriken am Sklavenhandel in Amerika?
Demonstation der Baumwollverarbeitung in der Textilfabrik Cromford.
Demonstation der Baumwollverarbeitung in der Textilfabrik Cromford.

Verarbeitungsschritte und Gefahren der Arbeit

Dann schließen sich die Verarbeitungsschritte auf dem Weg zum fertigen Garn an. Es wird gezeigt, wie die Baumwolle geschlagen, gereinigt, kardiert, gestreckt und zu einem lockeren Vorgarn verdreht wird.

Doch die Besucherinnen und Besucher erfahren nicht nur die Technik der Baumwollverarbeitung. Die Maschinen mit ihren scharfen Zähnen, offen laufenden Getrieben und bTreibriemen erzählen auch von den Gefahren der Arbeit. Und der heute noch durch die Luft fliegende Baumwollstaub lässt ahnen, wie gesundheitsgefährdend das Arbeitsklima für die Beschäftigten war.

 

Steigt man eine Etage höher, zeigt eine originale Mule, eine Spinnmaschine des frühen 19. Jahrhunderts, wie die Arbeiterinnen und Arbeiter dem Takt der Maschine unterworfen wurden. Die meisten von Ihnen waren Kinder. Denn Kinderarbeit war um 1800 ganz selbstverständlich und auch in Cromford üblich. Die Besucherinnen und Besucher erfahren hier, was Kinderarbeit bedeutete, vom langen Kampf um ihre Eindämmung durch die ersten Kinderschutzgesetze und von der Einrichtung' einer Fabrikschule.

 

Der Welt der Arbeit und der Produktion ist die Welt des Konsums und der Mode gegenübergestellt. Angenehm weich und in leuchtenden Farben bedruckt waren die neuen Baumwollstoffe um 1800 hoch begehrt. Wenn auch nur wenige dieser Kleider aus Baumwolle erhalten sind, konnte das Museum dennoch eine schöne Sammlung zusammentragen, Ergänzt werden sie durch Accessoires und Beispiele frühester Modezeitschriften.

 

Neben der Dauerausstellung finden in den beiden oberen Etagen der „Hohen Fabrik" regelmäßig Wechselausstellungen statt. Insbesondere Ausstellungen zur Kulturgeschichte der Bekleidung bilden einen wichtigen thematischen Schwerpunkt. Auf diese Weise werden immer wieder andere Ausschnitte der großen Kostüm- und Modesammlung des Rheinischen Industriemuseums präsentiert.

Das repräsentative Herrenhaus

Verlässt man die Fabrik und geht über den ehemaligen Fabrikhof, kommt man an den Hintereingang des Herrenhauses Cromford, das ehemalige Wohnhaus des Fabrikanten. Man betritt ein eher dunkles, zunächst wenig herrschaftliches Treppenhaus. Aber der erste Eindruck täuscht. Im Stil eines adligen Lustschlosses des Spätbarock gebaut, spiegelt das Herrenhaus in Ausstattung und Ausmaßen den Erfolg eines der erfolgreichsten Unternehmers seiner Zeit: Johann Gottfried Brügelmann. Die Ausstellung im Erdgeschoss informiert über das Leben und das wirtschaftliche Handeln der ersten vier Unternehmergenerationen vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1848. Im ersten Stock erwartet die Besucherinnen und Besucher dann der repräsentative Höhepunkt des Hauses, der Gartensaal. Der fast kreisrunde Saal verläuft über zwei Stockwerke und ist an den Wänden mit klassischen Landschaftsmalereien bemalt. Große Spiegel und Konsoltische vervollständigen den herrschaftlichen Eindruck dieses Salons. Ein Gang durch den Park rundet den Besuch im Museum ab.

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